Hühner – Grundlagen und Allgemeines

Bevor ich mich näher mit dem Thema welche Hühner sollen auf meinem Hof zu Hause sein, widme ich mich zunächst einmal den Grundlagen der Hühnerhaltung.
Ich setzt einmal voraus, dass jedem angehenden Kleinsthof-Betreiber / Aussteiger klar ist, dass man sich zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter um die Tiere kümmern muss. Hier könnte man nun gut den Satz anbringen: „wie in guten, als auch in schlechten Zeiten“, denn so robust unsere gefiederten Freunde auch sind, sie können auch krank werden. Aber mehr dazu weiter unten in diesem Kapitel. Neben dem täglichen füttern (je nach Haltungsart), kommt noch das Eier einsammeln, den Stall zu säubern und sie Nachts sicher unterzubringen.
Generell sollte man sich zutrauen, die Tiere einzufangen und die Flügel zu beschneiden, damit sie nicht wegfliegen können.

Wenden wir uns zunächst einmal den örtlichen Gegebenheiten zu: dem Platz und der Unterbringung der Tiere. Als Faustformel sagt man, dass auf 1qm2 etwa 2-3 Hühner im Transportable Hühnerstall und dem festen Hühnerstall gehalten werden können, in Freilandhaltung jedoch mindestens 8qm2 pro Tier. Dies ist sicherlich von Rasse zu Rasse unterschiedlich zu beantworten, aber so habt ihr schon einmal eine Idee wo wir platzmäßig mit unseren 12 Hühner aus unserem Kleinsthof Modell (Kleinsthof) landen werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Haltungsarten in unserem Bereich:

  • Freilandhaltung: Tagsüber freilaufend auf dem Hof, Nachts auf jeden Fall eingesperrt in einem sicheren Verschlag
    Vorteil: Die Tiere versorgen sich selbst mit Futter; daher ist diese Methode kostengünstiger
    Nachteil: Hühner fressen gerne Samen, Saatgut und junge Setzlinge, daher ist es sehr wichtig ihnen „Grenzen“ zu setzten um die Ernte zu schützen
  • Transportabler Hühnerstall: Ein bewegliches Gehege, dass jeden Tag versetzt werden sollte
    Vorteil: Bietet Schutz vor Räubern und schützt zu gleich auch die Ernte
    Nachteil: Bei 1qm2 pro 2-3 Hühnern und den 12 für unser erstes Modell, wird der Käfig bereits relativ groß und somit benötigt man auch eine entsprechend große Fläche um diesen täglich auf frischen Grund versetzen zu können
  • Fester Hühnerstall mit Auslauf: Vielleicht gibt es ja bereits einen kleinen, alten Schuppen, der sich zu einer neuen Heimat für die Hühner umbauen lässt
    Vorteil: Es ist platzsparender als das tägliche umsetzten und bietet bei richtigem Aufbau einen perfekten Schutz vor Räubern
    Nachteil: Der Boden braucht Pflege, damit er nicht verschlammt und die Tiere krank werden und man muss die Hühner füttern, da sie sich bereits nach kurzer Zeit nicht mehr genug Futter finden würden

Hiermit wären wir auch schon beim nächsten Thema: Das richtige Futter. Hier scheint es viele Meinungen zu geben, was richtig ist, möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen, daher hier nur was ich aus den verschiedensten Quellen zusammengetragen habe

  • Gemüseabfälle /-reste
  • Grasschnitt
  • Kohl
  • Kürbis
  • Altbrot
  • Triebe
  • einfaches Körnerfutter
  • Zuckerrüben
  • Gerste
  • gequetschter Hafer
  • Weizen
  • geschroteter Mais

Wobei sich allerdings alle Quellen einig waren, war der Fakt, dass Eiweiß und Kalzium wichtig ist um Mangelerscheinungen vorzubeugen, zum Beispiel durch zu füttern von sogenanntem Legemehl und zermahlener Eierschale. Ich kenn es noch von einem Bauern von vor vielen Jahren und ich weiß nicht ob es überhaupt noch erlaubt ist, aber von einem Zufutter rate ich dringend ab: Fischmehl! Wer einmal ein Ei auf dem Tisch hatte, dass danach schmeckt, der weiß wovon ich spreche……
Was auch alle Quellen schreiben und das mit Ausrufezeichen, ist die Tatsache, dass in der Hühnerhaltung die Tiere täglich frisches Wasser benötigen. Schmutziges, abgestanden wird es von den Hühnern gemieden.

Damit die gefiederten Freunde lange gesund bleiben sollte man noch folgende Dinge beachten und auch schon bei den ersten Anzeichen dieser Symptome reagieren.

  • Hühner brauchen vor allen Dingen Sonne, frische Luft und Auslauf, damit sie gesund bleiben
  • Als gemeine Futterdiebe sind vor allen Dingen Mäuse und Ratten bekannt, behalten sie diese gut im Auge, zumal sie sich gerne unter dem Zaun durchgraben, hier kann ihnen eine Hofkatze gute Dienste leisten
  • Wenn sie rote oder schwarze „Staubkörner“ an den Tieren auffallen, sich die Hühner oft kratzen und die Legeleistung nachlässt, könnte es sich um Flöhe oder Läuse handeln, hier hilft nur, den Stall mit einem Spezialpulver zu behandeln
  • Der Tierarzt kommt zum Einsatz bei der sogenannten Fußräude, hierbei fällt einem zunächst auf, dass das betroffene Huhn hinkt, oder Schuppen an den Füßen hat
  • Auch ein Fall für den Tierarzt ist eine Erkrankung die ebenfalls von Parasiten verursacht wird und zwar der rote Luftröhren Wurm. Das befallene Tier wirkt apathisch, hält den Hals still und den Schnabel offen. Um die anderen Tiere zu schützen muss das komplette Gehege auf Dauer umgesiedelt werden!
  • Manchmal fallen die Tiere auch in Ohnmacht, ausgelöst durch erschrecken vor schrillen Geräuschen, Überhitzung. Hier hilft nur, dass Tier ruhig zu halten und es an einen ruhigeren Ort mit viel frischer Luft zu bringen. Meistens erholen sie sich wieder
  • Um eine Überfettung zu vermeiden sollte man Mais zum Beispiel verstreuen, statt ihn auf einem Silbertablett zu präsentieren. So müssen sie ein wenig für ihr Futter arbeiten