Gemüse

Wichtig ist es nicht einfach Gemüse los zu pflanzen, sondern sich in Ruhe mit der Beschaffenheit des Bodens, der Lichtverhältnisse und der Planung zu beschäftigen. Nichts ist schlimmer als Zeit und Arbeit in ein sinnloses unterfangen zu stecken und nichts frustriert mehr.

Schaut euch in Ruhe in der Umgebung um. Was beim Nachbarn schon eher einen traurigen Eindruck vom Wachstum her hat, wird bei euch wahrscheinlich auch nicht viel besser gedeihen. Was hatte der Vorbesitzer gepflanzt? Sind bereits Beete angelegt die man weiterhin nutzen möchte, wie ist die Fläche aufgeteilt?
Welchen Zustand ihr auch immer vorfindet, vom absolutem Dschungel mit vielen Brombeeren (denen ich, neben dem Efeu, in meinem aktuellen Handtuchgarten schon den Kampf angesagt habe, weil das Zeug echt eine Plage ist), bis hin zum Obsthain, fällt niemals übereilte Entscheidungen und pflanzt euer Gemüse nicht „irgendwo dazwischen“ an.
Einige Gemüsesorten vertragen sich auch einfach nicht untereinander, daher ist eine gute Planung hinsichtlich dieser Nachbarschaft auch sehr wichtig. Wer gut mit wem kann und was man eher Abseits einer bestimmten Kultur anbauen sollte, findet ihr immer auf den Unterseiten bei den einzelnen Sorten.

Auf dieser Hauptseite beschäftige ich mich zunächst mit dem Boden selbst.

Die optimale Ausgangssituation für euer Gemüse wäre ein Stück Land, dass den ganzen Tag Licht und Sonne bekommt, aber gleichzeitig vor scharfem, kalten Wind geschützt liegt.
Die Beschaffenheit des Boden spielt eine große Rolle, dieser sollt gut durchlässig sein, fruchtbar und mit viel organischer Substanz. Als ich die Passage gelesen habe, dachte ich nur „aha“ und habe mich tiefer in dieses Thema eingearbeitet. Den ph-Wert kann man relativ einfach bestimmten in dem man sich die entsprechenden Testsets im Handel besorgt und nach Anleitung benutzt. Dann weiß man zwar, wie die Boden ist, aber was ist zu tun um dem Ergebnis entgegenzuwirken? Die gute Nachricht vorab, die meisten Gemüse sind hart im nehmen und bevorzugen sogar einen schwach sauren Boden. Nur wenn es zu sauer oder zu alkalisch wird, dann treten auch Probleme auf. Ein saurer Boden enthält wenig bis keinen Kalk und reagieren alkalisch, wenn man Kalk zufügt (reiner Kalk oder z.B. als Pilzsubstrat). Alkalische Böden haben im Gegenteil dazu viel zu viel Kalk, dass kann man nur schwer ändern. Ein Versuch mit kompostiertem Sägemehl oder Kiefernrinde bzw. -nadeln ist es aber wert.
Wenn die Erde sich besonders schwer, nass, klebrig anfühlt, dann handelt sich sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen tonigen Boden. Die Nässe (Staunässe) ist hier das große Problem, hebt daher jedes Jahr eine Schicht Sand und organischer Substanz mit unter um den Boden luftiger und lockerer zu machen. Um den Boden nicht noch mehr zu komprimieren sollte man diesen nach einem Regenguss nicht betreten, bzw. wenn es sich nicht vermeiden lässt, sein Gewicht zu verteilen (auf Planken/Bretter von A nach B). Von sandigem Boden spricht man, wenn dieser eher „krümelt“ und sich trocken anfühlt. Ist zwar einfacher zu bearbeiten, aber braucht wesentlich mehr Wasser, weil er dieses nicht halten kann. Um diesem Boden zu helfen, sollte man Kompost (z.B. aus Laub) unterhaken, Dünger einsetzten (Algenextrakt, Hornspäne) und im Sommer eine Lage Mulch auftragen, damit die eingesetzte Feuchtigkeit nicht direkt „durchsickert“ sondern an den Pflanzen gehalten wird.
Nicht alle Planzen mögen gerne die pralle Sonne, daher wäre es gut, wenn man einen Zaun oder ähnliches aufstellt um den „Halbschatten“ Sorten eine gute Möglichkeit zum gedeihen zu geben.

Macht euch Gedanken welche Gemüsesorten ihr mögt und esst und wie man diese auch gut lagern kann. Was nützt es, 50 Kopfsalate zu haben, die man zwar bis in den Herbst ernten kann, aber nicht einlagern. Daher ist die Planung der Aussaat genauso wichtig wie die Reihen selbst. Hier ein Beispiel das ich aus dem Buch „Das Handbuch der Selbstversorgung“ von Marion & Michael Grandt entnommen habe. Hier geht man von einem Gemüsegarten in Parzellen aufgeteilt aus.

Im ersten Jahr

  • Parzelle 1: Kohl und anderen Gemüsen bepflanzt, die den selben Bodentyp bevorzugen
  • Parzelle 2: Erbsen, Bohnen, Blattsalate
  • Parzelle 3: Wurzelgemüse und andere Gemüse, die den selben Bodentyp bevorzugen

In den folgenden Jahren

  • Parzelle 1 wird im zweiten Jahr Parzelle 2 und im dritten Jahr Parzelle 3
  • Parzelle 2 wird im zweiten Jahr Parzelle 3 und im dritten Jahr Parzelle 1
  • Parzelle 3 wird im zweiten Jahr Parzelle 1 und im dritten Jahr Parzelle 2

Somit verhindert man, dass dem Boden nicht immer die gleichen Nährstoffe entzogen werden und man den Boden somit auslaugt.
Anders verhält es sich mit den Dauerkulturen (z.B. Dill, Spargel, Paprika, Zucchini, Tomaten) diese können mehrere Jahre am selben Platz angebaut werden.